Die Band
Biographie:
Als die größte Pop-Sensation seit den 60ern, regierten Take That in der ersten Hälfte der 90er die Musikwelt, wie keine andere Band. Die Band verkaufte innerhalb kürzester Zeit mehr CDs als jeder englische Künstler oder jede englische Band seit den Beatles. Ausgedacht als britisches Pendant zu den damals sehr erfolgreichen New Kids on the Block erfüllten sie die selben Klischees, sowohl musikalisch als auch Mitgliedertechnisch, da jedes Mitglied innerhalb der Band eine bestimmte Rolle hatte. Anfänglich arbeiteten sie mit Dance Music, was vor allen Dingen ältere Fans anlocken sollte. Ihr gutes Aussehen und ihr Charme verhalf ihnen auch ein jüngeres Publikum anzuziehen. Im Gegensatz dazu waren jedoch ihre Fotosessions und Musikvideos leicht homosexuell angehaucht. Ihre Zielgruppen waren insbesondere präpubertäre Kinder und Jugendliche sowie ein bestimmtes homosexuelles Klientel.
Take That waren ebenfalls imstande ins erwachsene britische Publikum hervorzupreschen, nicht allein durch Gary Barlows wunderschönen melodischen Balladen. Für sechs Jahre war ihr Erfolg kaum aufzuhalten, was man am meisten an den acht Nummer-1-Hits messen konnte. In der Mitte der Neunziger waren die Jungs mittlerweile Anfang bis Mitte 20 und hatten sich teilweise auseinander gelebt. Die Charts wurden in der Zeit vermehrt von schweren Gitarren-Sounds von Bands wie Blur oder Oasis beherrscht. Die Band gab 1996 ihre Trennung bekannt. Nichtsdestotrotz waren Take That das erste britische Musikphänomen der 90er Jahre und schafften 2005 erneut den Sprung in die Charts.
Take That – 1990 – 1996
Der Manager Nigel Martin-Smith hatte vor eine Gruppe wie die New Kids on the Block zu gründen. Er nahm Gary Barlow und Mark Owen und stellte ihnen das Breakdance Duo Howard Donald und Jason Orange vor. Zuletzt fügte er Robbie Williams hinzu, der sich auf eine Announce in der Zeitung gemeldet hatte. Take That waren geboren!
Nach einigen kurzen Touren durch die Schwulenclubs des Landes, brachten Take That ihre Debütsingle „Do what you like“ raus. Zwar erreichte der Song nur Platz 82 der Charts, hatte aber immerhin soviel Aufsehen erregt, dass nun die RCA Company auf die Jungs aufmerksam wurden und ihnen im Herbst 1991 ihren ersten Plattenvertrag anboten. Die zweite Single „Promises“ erreichte Platz 38 am Ende des selben Jahres. Im Frühjahr 1992 tourten Take That mit ihrer „Safe Sex“-Tour durch verschiedene Clubs, um ihre dritte Single „Once you’ve tasted love“ zu promoten“. Jedoch erreichte die Single „nur“ Platz 47.
Die nächste Single „It only takes a minute“, ein Tavares-Cover, erreichte Platz 7. Nach anhaltendem Erfolg, wurden nun auch die Medien auf Take That aufmerksam. Das erste Album „Take That and Party“ wurde veröffentlicht. Im Herbst 1992 erreichte „A Million Love Songs“ als fünfte Single der Lads die Top Ten. Am Ende des Jahres heimsten Take That sage und schreibe sieben Smash Hit Awards ein. Das Debütalbum stieg bis auf Platz 2 der Charts ein. Anfang 1993 brachten sie das Barry Manilow-Cover „Could it be magic“ raus und gewannen damit einen Brit Award als Beste Britische Single. Kurz danach erreichten sie mit ihrer siebten Single „Why can’t I wake up with you“ Platz 2 der Charts.
Obwohl sie in ihrem Heimatland massiven Erfolg hatten, lag das Debütalblum in Amerika wie Blei in den Regalen. Und das obwohl Take That mit einer riesigen Marketing-Kampagne beworben wurden. 1993 prangten die Gesichter der Jungs auf den Cornflakes-Schachteln in den Staaten. Das Ausbleiben des Erfolges auf dem amerikanischen Markt fiel in den Hintergrund, als ihre Single „Pray“ rauskam. Der allererste Nummer-1-Hit. Sie war der Vorbote für das zweite Album „Everything Changes“. Auch die Folgesingle „Relight my Fire“ mit Co-Sängerin Lulu erklimmte im Herbst 1993 die Spitze der Charts. Im Oktober 1993 schaffte es das Album ebenfalls auf die 1. Gegen Ende des Jahres 1993 und Anfang 1994 erreichten die Singles aus „Everything Changes“ Spitzenpositionen in den Charts. Obwohl das Album ein riesiger Erfolg in UK, Kanada und Europa war, wurde es nie in den Staaten rausgebracht.
Als Take That an ihrem dritten Album arbeiteten, veränderte sich langsam der Musikgeschmack der Briten. Nun war Gitarrensound angesagt. Blur, Oasis und Pulp wurden ernstzunehmende Konkurrenten. Sie wollten dem entgegenwirken, jedoch auf eine andere Art und Weise. „Back for Good“ war total anders als die vorangegangenen Singles, weshalb Gary Barlow sehr gute Kritiken für diesen Song einheimste. Die Single war bis dato die erfolgreichste Single und erweckte erstmals den Eindruck, dass sich Gary Barlow vom musikalischen Weg der Band distanzierte. Jedoch stand er damit nicht alleine da.
Besonders Robbie Williams hatte sich einen Namen als „wildestes“ Mitglied der Band gemacht. Das ging soweit, dass er sich immer mehr von der Band abkapselte. Das dritte Album „Nobody Else“ war ein großer Erfolg, jedoch fiel es auf, dass er sich ziemlich zurückhielt mit seiner Stimme. Robbie hatte sich in dieser Zeit Oasis angeschlossen und teilte mit ihnen die Leidenschaft für Alkohol und Drogen. Am 17. Juli 1995 schockierte eine Nachricht die Fanwelt: Robbie Williams ist bei Take That ausgestiegen! Die Fans waren geschockt, andere waren nicht sonderlich überrascht. Seine Eskapaden waren jeden Tag in der Presse zu lesen. Kurze Zeit später kündigte er an, an eigenem Solomaterial zu arbeiten, was mehr wie Oasis klingen sollte. Nach seinem Ausstieg waren Take That gezwungen seinen Namen überall zu entfernen. Sein Gesicht prangte auch nicht mehr auf der amerikanischen Version des „Nobody Else“-Albums.
Robbie war nicht das einzige Mitglied, welches den Ruf einer Solokarriere hörte. Mittlerweile waren alle keine Teenies mehr, sie waren herangereifte Männer Mitte 20 und suchten nach ihrer eigenen Identität. Langsam fühlten sie sich unwohl mit diesem makellosen Pop-Image und damit ihre Glaubwürdigkeit bewahren zu müssen.
Am 13. Februar 1996 gaben Take That dann nach 6 gemeinsamen Jahren, 6 unheimlich erfolgreichen Singles und 3 Alben, ihre Trennung bekannt. Ihr letztes Album, ein Greatest Hits-Album, beinhaltete das Bee Gees-Cover „How deep is your love“. Auch dieses Lied wurde ein Nummer 1-Erfolg.
Ein Leben nach Take That
Gary begann mit einer Handvoll professionellen Songwritern an seinem ersten Soloalbum zu arbeiten und brachte bereits im Sommer 1996 seine erste Single raus. Diese erreichte leider nur Platz 2, da die Chartspitze eine Girlgroup für sich besetzte, die Spice Girls. Sie waren damals das weibliche Pendant zu Take That. Mark arbeitete ebenfalls an seinem Soloalbum, was einen schweren Einfluss von Paul Weller und Radiohead aufwies. Howard Donald entschied sich gegen eine Solokarriere und kehrte zu seiner ersten Liebe, dem auflegen von Platten als DJ, zurück. Einzig Jason entschied sich gegen ein weiteres Leben im Rampenlicht.
Und Robbie? Er releaste im Sommer 1996 seine erste Single. Jedoch klang diese ganz und gar nicht nach Oasis, sondern war eine Coverversion von George Michaels Hit „Freedom 90“ von 1990. Ein Song, der ziemlich schnell wieder aus den Charts verschwand. Seine Arbeit an einem Soloalbum erreichte 1997 ihren Höhepunkt, indem er „Life thru a lens“ rausbrachte. Der Erfolg war überwältigend und ein Jahr später stand sein zweites Album, „I’ll be expecting you“, in den Läden. Robbie wurde ein großer Entertainer und Popstar in seinem Heimatland, sowie in Europa und brachte ein Hit-Album nach dem anderen heraus.
Back for Good 2005
Im Jahr 2005 wurde die CD „Never Forget: The Ultimate Collection“ auf den Markt gebracht, die einen bisher unveröffentlichten Song von Take That beinhaltete: „Today, I’ve lost you“. Eine TV-Dokumentation namens „For th Record“ und eine Reunionstour mit den ganzen alten Hits im Jahr 2006 folgten. Allerdings ohne Robbie. Das Ganze weckte in den Fans den Wunsch nach neuen Projekten von Take That. Noch im selben Jahr erschien das vierte Album der Band, „Beautiful World“. Es zeigte, dass Take That mit der Zeit gingen und die eingefleischten Fans ihnen nach all den Jahren noch immer die Treue hielten. Das Album wurde weltweit ungefähr 3 Millionen Mal verkauft und bekam alleine in England acht Mal Platin. Für „Patience“ gewannen Take That 2007 den Brit Award für die beste britische Single. Der Erfolg ging weiter und mündete 2009 in dem fünften Studioalbum „The Circus“. Direkt die erste Single, „Greatest Day“, war wieder ein Charterfolg und verkaufte sich gut 133.000 Mal am ersten Tag, wo sie rauskam. Mit der Tour 2009 knackten sie auch wieder alle Rekorde.
Whole again
Im Jahr 2010 kehrte Robbie zu Take That zurück. Zusammen nahmen sie das sechste Album der Band auf. „Progress“ (Fortschritt) ist das erste gemeinsame Album seit 1995. Das Album verkaufte sich bis heute gut 2.292.324 Mal.
Vom 27. Mai – 29 Juli 2011 waren Take That in Originalbesetzung von 1991 auf ihrer “Progress Live”-Tour durch Großbritannien und Europa. Das Konzert am 16. Juli 2011 in Kopenhagen, Dänemark, musste kurzfristig abgesagt werden, da Robbie Williams eine Lebensvergiftung hatte. Ansonsten fanden alle Termine wie geplant statt.
Am 17. Juni erschien “Progressed”, eine Art Doppelalbum und Erweiterung zum normalen „Progress“. Nach der Tour widmete Gary sich den Jury-Sessel in der englischen Castingshow “The X-Factor” und Howard ist wieder als DJ HD unterwegs. Mark machte Urlaub mit seiner Familie und Jason hat sich auch ein wenig zurückgezogen.
In einem Interview dementierte Howard eine Trennung der Band nach der Tour und eine Notiz auf Garys Homepage machte allen Fans wieder Hoffnung, da es den leichten Hinweis hatte auf ein neues Album, das wieder mehr Balladenlastiger sein würde.
Am 04. Oktober 2011 verriet Gary in einem Interview des englischen Magazins “Radio Times”, dass Robbie sich wieder auf Solopfade machen würde. Er arbeite an einem neuen Soloalbum, dass im Frühjahr 2012 erscheinen soll. Diesmal seien aber alle im Guten auseinander gegangen und verriet außerdem, dass die Band als Vierergespann weiter machen würde. Eine Rückkehr von Robbie schloß er nicht aus.
Diese Biografie wurde zusammengestellt von Tina! ©

